Seattle – Charts sind schon eine komische Sache. Für manche geben sie zum Beispiel den Impuls, sich das “brandneue, bahnbrechende“ Album A der “legendär-genialen“ oder wahlweise auch “aufstrebend-vielversprechenden“ Band B ins heimische Platten-Regal zu stellen.
Für andere haben die Hitlisten eher abschreckende Wirkung, man sieht sie als „Blacklist“ und ruft sich selbst zum Boykott auf. Aber was passiert, wenn eine geliebte, relativ unscheinbare Band durch Jahre harter Arbeit und mehr als gute Songs auf einmal den Sprung in die Toplisten schafft? Das Seattle-Indie-Quintett Band of Horses könnte hier exemplarisch genannt werden. Nach zwei gelungenen Alben haben die Jungs um Mastermind Ben Bridwell mit dem aktuellen Album “Infinite Arms“ u.a. den Sprung unter die Top-Ten der US-Charts geschafft. Und wenn man den Songs der Band lauscht, die immer irgendwie zwischen Fröhlichkeit und Melancholie liegen und von countryeskem Folk über hymnischen Indiesound bis harmonischen Pop aber auch gar nichts vermissen lassen, kann man verstehen, warum das so ist. Charts hin oder her: Band of Horses lohnt sich für jeden aufgeschlossenen Hörer - und Konzertbesucher, denn ab Februar 2011 touren die fünf durch die Republik.