London – Nein, hinter dem Bandnamen Sophia steckt gar keine Frau, sondern ein Mann. Genauer gesagt der Sänger, Gitarrist und Produzent Robin Proper-Sheppard sowie aktuell drei weitere männliche Bandmitglieder. Lauscht man der Musik seines Bandprojekts, könnte man meinen, er sei ein sehr trauriger Mann, denn die Songs von Sophia handeln von Tod, Depressionen und gescheiterten Beziehungen.
So zeigen auch Zeilen wie „Life’s a bitch, and then you die“ in dem Song “If A Change Is Gonna Come”, die wenig optimistische Haltung von Proper-Sheppard. Ja, die Musik von Sophia ist wirklich schwermütig und todtraurig, da gibt es nichts zu beschönigen. Doch irgendwie verhält es sich bei dem Londoner Bandprojekt wie mit einem schlimmen Unfall. Man kann einfach nicht wegsehen – und bei Sophia einfach nicht weghören. Trotz der wahnsinnig melancholischen Folk-Pop-Songs, strahlt die Musik durch die wunderbar arrangierten Gitarren-, Klavier- und Streicher-Sounds eine unglaubliche Stärke und Schönheit aus. Auch in seinem aktuellen Album „There Are No Goodbyes“ hat Robin Proper-Sheppard wieder all seinen Schmerz und Wehmut in bittersüße Tracks verpackt. Was bei anderen Bands leicht in Kitsch abdriftet, bleibt bei Sophia, vor allem durch den sachlichen und nüchternen Gesang von Proper-Sheppard, immer authentisch. Auch live zeigt sich der Londoner sehr intim. So musste er bei einem Auftritt in Köln letztes Jahr, dass Lied „Heartache“ abbrechen, da es für ihn zu schmerzlich war, gerade das zu spielen. Im Mai sind Sophia erneut auf Deutschlandtour und gewähren auch dann sicherlich wieder Einblicke in ihre Seelenwelt… kb